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Ausbildung zum Detektiv


Grundsätzliches zur Ausbildung zum Detektiv

und mögliche Einsatzgebiete nach der Detektivausbildung


Schaut man sich die Regelungen in den europäischen Ländern an, stellt man fest, dass es bei der Ausbildung zum Detektiv größere Unterschiede gibt. Das hängt aber auch damit zusammen, dass man in den einzelnen Ländern Unterschiede kennt, welche Aufgaben die Detektive ausführen dürfen und welche nicht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Detektive und Privatermittler genau wie die Wirtschaftsdetektei keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen. Das ist in Großbritannien beispielsweise etwas anders. Dort nehmen Privatdetektive auch Aufgaben wahr, die in Deutschland in den Zuständigkeitsbereich der Deutschen Post oder der Gerichtsvollzieher fallen würden.

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es bisher keine rechtsverbindliche Regelung zur Ausbildung zum Detektiv. Die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe bemüht sich seit einiger Zeit in enger Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden, einen Standard dafür ins Leben zu rufen, bei dem festgelegte Mindestanforderungen erfüllt werden müssen. Einen ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung konnte die ZAD im Jahr 1986 mit dem Berufsbildungsplan für Detektive machen. Mit einem Ausbildungsnachweis der ZAD ist heute in Deutschland erheblich leichter, eine Anstellung als Detektiv zu bekommen oder Klienten gewinnen zu können, als wenn man die Detektiv Ausbildung bei einem anderen Bildungsträger nach dessen eigenen Richtlinien machen würde.

Die Ausbildungsinhalte sind sowohl für den künftigen Privatdetektiv als auch für den potentiellen Mitarbeiter einer Wirtschaftsdetektei sehr komplex. Neben den bereits oben erwähnten gesetzlichen Grundlagen der Detektivarbeit müssen noch andere Fähigkeiten, aber auch der Umgang mit der einzusetzenden Technik erlernt werden. Und man sollte sich als künftiger Privatermittler von vornherein darüber im Klaren sein, dass das Lernen niemals aufhört.

Einen Schwerpunkt bei der Ausbildung zum Detektiv stellt die Schulung der analytischen Fähigkeiten dar. Sie ist unbedingt notwendig, wenn man aus den verfügbaren Quellen und Informationen die richtigen Schlüsse ziehen möchte. Eine gesunde Portion an Menschenkenntnis ist dabei auch von Vorteil. Darüber hinaus erlernen die angehenden Detektive psychologische Inhalte, die ihnen dann beispielsweise bei der Befragung von Zeugen helfen können.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Tarntechnik. Was nutzt die beste Überwachung, wenn die zu beobachtende Person oder das von einer Wirtschaftsdetektei beobachtete Unternehmen heraus bekommt, dass eine Überwachung stattfindet? Dabei werden auch die unterschiedlichsten Situationen des Lebens mit einbezogen. Wie verhält man sich auf einer Einkaufsmeile unauffällig? Wie kann man ein Fahrzeug möglichst unauffällig im fließenden Verkehr verfolgen und wie ist es möglich, eine Zielperson im freien Gelände nicht aus den Augen zu verlieren?

Dass dabei modernste Technik zum Einsatz kommen muss, versteht sich fast schon von selbst. Einer der Schwerpunkte ist hier auf jeden Fall in der Fototechnik zu suchen. Neben dem Umgang mit einer hoch auflösenden digitalen Spiegelreflexkamera kann für den potentiellen Privatdetektiv auch der Umgang mit einer Kleinbildrollfilmkamera interessant sein, denn beim Entwickeln und Belichten kann man Dinge sichtbar machen, die evtl. bei der Arbeit mit einer Digicam übersehen werden könnten.

Die Bedienung der modernen Audio- und Videotechnik ist ebenfalls ein wichtiger Punkt bei der Ausbildung der Detektive. Hier kommt es nicht nur darauf an, die Ton- Und Bildaufnahmen optimal an die Klang- und Lichtverhältnisse eines Raumes anpassen zu können, sondern der weitaus wichtigere Punkt ist es, die Aufzeichnungs- und übertragungsgeräte so zu verstecken, dass sie bei einer guten Sicht nicht gleich entdeckt werden können.

Auch erlernen die künftigen Detektive Strategien, wie sie Straftäter und Ehebrecher überführen oder Wirtschaftsdelikte aufdecken können. Dabei kommt es in erster Linie auf die Auswahl geeigneter Quellen für die Recherchen an. Dort nimmt das Internet als gigantisches Datenlager einen immer größeren Stellenwert ein. Das hat dazu geführt, dass die allein arbeitenden Detektive, aber auch die Mitarbeiter der Wirtschaftsdetekteien im Umgang mit dem Computer topfit sein müssen. Deshalb umfasst die Ausbildung der Detektive auch eine Schulung im Umgang mit den Grundlagen der EDV, die dann auch die digitale Bearbeitung von Bildern, Mikrofilmen und Videos mit beinhaltet.

Mögliche Einsatzgebiete für Detektive nach der Ausbildung

Hat man die Ausbildung zum Detektiv absolviert, muss man sich entscheiden, ob man allein oder in einem Team arbeiten möchte. Die zweite Entscheidung, die ein Detektiv zu treffen hat, ist die, mit welchem Arbeitsfeld er sich künftig beschäftigen möchte. So hat man die Chance, sich mit dem schlichten Beantragen eines Gewerbescheines eine selbstständige Existenz als Privatdetektiv bzw. als Privatermittler aufbauen zu können.

Das anzutreffende Klientel und damit auch die Art der Aufträge sind dann sehr vielfältig und reichen von der Überführung untreuer Ehepartner bis hin zur Erbenermittlung. Einige Privatdetektive spezialisieren sich auf gewerbliche Anforderungen. Besonders häufig werden sie dann von Arbeitgebern kontaktiert, die ihre krank geschriebenen Mitarbeiter der Simulation überführen möchten. Ein Privatdetektiv kann auch innerhalb eines Unternehmens eingesetzt werden, um beispielsweise den Auslöser von Mobbingattacken ausfindig zu machen oder Diebstähle innerhalb eines Unternehmens aufzuklären.

Wer den Schritt in die Selbstständigkeit nicht gehen möchte, kann sich auch in einer Detektei bewerben. In einer Detektei schließen sich mehrere Detektive zusammen, um entweder größere Ermittlungsaufgaben annehmen zu können oder ein breiteres Aufgabengebiet abdecken zu können. Dafür sind unterschiedliche Rechtsformen von der GbR bis hin zur AG denkbar. Zur Unterstützung der Teams werden dann auch technische und kaufmännische Kräfte angestellt. Der Vorteil einer Zusammenarbeit in einer Kanzlei ist, dass man sich beispielsweise bei der Beobachtung von Personen ablösen und so eine lückenlose Überwachung garantieren kann.

Dabei können die Detekteien eine sehr weit reichende Spezialisierung haben. De facto sind sie Dienstleister zu Informationsbeschaffung über Unternehmen oder Einzelpersonen. Sie arbeiten oft mit Institutionen, aber auch mit den staatlichen Ermittlungsbehörden, Versicherungen und Banken zusammen.


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